Wie einst in Wiesenhaid, haben auch hier sich ein paar Wiesenhaider zusammen geschlossen und treffen sich jeden Sonntag Nachmittag zum
gemeinsamen Karten spielen.
Die Männer spielen “Mariaschè”, dabei wechseln so manche Pfennige den Besitzer. Ja es wird noch mit Pfennigen gespielt, es hat schließlich eine ganze Weile gedauert bis
man sich an diese Pfennige gewöhnt hatte, und man nicht immer mit “Bannies” bezahlte. Dies ist ein Spiel das dem Skat sehr ähnelt. Es wird auch ein Trumpf festgelegt, und es spielen zwei Parteien
gegeneinander, die jedes Spiel neu festgelegt werden.
Auch die Frauen spielen Karten. Sie spielen jedoch “Fuchsè”, dabei geht es nicht
um Geld. Nein da wird angeschrieben, wenn man verliert. Da kann man “Dettlè”, “Lethè” oder auch “Redè” gewinnen. Was eigentlich nicht gewonnen ist, sondern wenn man verliert wird einem so etwas angeschrieben.
Natürlich wird nicht nur Karten gespielt an
solch einem Nachmittag. Es wird darüber geredet was neues passiert ist, was man die Woche über erlebt hat. Man erzählt sich was man so im Laufe der Woche über mitbekommen hat, was einem ein anderen
Wiesenhaider vielleicht am Telefon erzählt hat. Es wird sich einfach über alles was so passiert ausgetauscht. Die Männer reden über Politik, Sport oder derartiges und die Frauen über das neueste Lied aus dem
Musikantenstadel.
Aber es wird auch sehr viel über früher erzählt. Über die Zeit in Wiesenhaid. Es wird nachgefragt “wie war des damals noch?” wenn man sich nicht mehr sicher ist.
Und man erzählt sich Geschichten über diesen oder jenen, was dieser oder jener dort mal angestellt und erlebt hat.
Ich gehe immer gerne mit meinen Großeltern und meiner Tante dort hin mit Karten
spielen. Zum einen macht des Spielen sehr viel Spaß, zum anderen ist es schön die Geschichten über Wiesenhaid zu hören. Es ist schön dort zu sitzen und an diesem
Stück Heimat teilhaben zu dürfen. Und wenn Gott allen beisteht, und alle gesund bleiben, wird dieses Stück Heimat hoffentlich noch lange bestehen bleiben. |